4/04/2017

NIEDERLÄNDISCH FÜR ANFÄNGER No.16 | Kaninchenloch-Grenzgänger





Kaninchenloch-Grenzgänger  
(kaˈniːnçənlɔχ ˈɡʀɛnʦˌɡɛŋɐ ; Ka|nin|chen|loch-Grenz|gän|ger)

— Bezeichnung für ein zwischen ihren natürlichen Habitaten pendelndes Antonia, in diesem Falle auf mehreren Ebenen:
(1) pendelnd zwischen Deutschland und den Niederlanden (besondere Betonung auf Grenzgänger)
(2) pendelnd zwischen der realen und virtuellen Welt, auch: zurückkehrend von langer Blogpause auf den Blog, vgl.: Alice im Wunderland, die durch das Kaninchenloch fällt (besondere Betonung auf Kaninchenloch)




Sonntag, 02-04-2017 | Bahnhoflangstreckenlauf

Niemand macht ja bekanntlich so gute Scherze wie die deutsche Bahn. Auf dem Frankfurter Fernbahnhof von Gleis 7 (mitten auf Bahnhof) zu Gleis 3 (Regionalbahnhof) ändern, gut sieben Minuten vor Abfahrt und dabei kryptische Gleisangaben durch die Lautsprecher nuscheln. Genau mein Humor. Nun befinde ich mich tatsächlich im ICE International Richtung Utrecht, zwar im falschen Abteil, aber auch egal. Ich schlürfe meinen überteuerten Bahn-Kaffee (3€ - ist das zu glauben?) und habe exzellenten Ausblick auf einen Pfosten. Dahinter sind aber bestimmt Tunnel und Wiesen. Ihr habt eine Vorstellung.

Gestern bin ich nun zurückgekehrt in den den heiligen Kreis des Literaturblogger-Tums und ich will ehrlich sein: Die offizielle Definition für "Muffensausen" ist ab sofort ein Bild von mir vor meinem Blogger-Dashbord. Ich war über vier Monate w wie weg und bin gespannt, wie die Rückkehr zum Bloggen so gelingt. Ab jetzt heißt es wieder Beiträge verfassen, Bildbearbeitungsprogramme anschreien und - hoffentlich - fleißig Kommentare beantworten. Letzteres werde ich nun auch tun, einige Kommentare sind bereits unter dem letzten Beitrag eingetrudelt und ich habe mich sehr darüber gefreut. Und dann süffle ich weiter meinen Kaffe und markiere brav Seiten in meinem Entwicklungspsychologie-Buch. Versprochen.

Montag, 03-04-2017 | Bettlägerig

Krank sein war ja nun wirklich nicht nötig. Den ganzen Tag vegetiere ich jetzt schon mit Netflix (Gossip Girl, 5. Staffel) und WhatsApp ausgestattet vom Bett ins Bad und wieder zurück und checke diverse Social Media-Seiten noch wesentlich obsessiver als sonst schon. Meine Ernährung bestand heute aus aufgeweichten Cornflakes, weil ich die mit meinen Halsschmerzen schlucken kann, viel Wasser, Tee und Medizin. Erkenntnis des Tages: Stundenlange Zugfahrten und Rumhängen auf zugigen Bahnhöfen macht Halsschmerzen nicht unbedingt besser.

Meine Statistik-Workgroup fiel deshalb heute erst mal ins Wasser, morgen muss ich mich dann aber definitiv irgendwie zur Uni schleppen, da ich ein transkribiertes Interview (hört sich genauso lustig an, wie es war) einliefern muss. Und da ich - wie ich heute erfahren habe - ein Fotoshooting (hört sich wesentlich spektakulärer an, als es eigentlich ist) für den Uniblog habe. Bildung und Presse rufen, sozusagen. Und mein Zimmer braucht auch ganz dringend eine ordentliche Aufräumaktion. Es hilft also alles nichts, ich muss mich mit Umkaloabo (gutes Mittel bei Erkältung übrigens) sedieren und zur Tat schreiten.

Zu meiner Verteidigung: Ich habe tatsächlich bereits etwas für Brain & Cognition gelernt. Und das trotz Krankheit. Not all heroes wear capes, Leute. Und während ich mich frage, ob bezahlte Blogger, wenn sie krank sind, theoretisch Affiliate-Links für Medikamente einfügen oder zumindest schon mal drüber nachgedacht haben und generell, ob man Umkaloabo überhaupt bei Amazon kaufen kann (wahrscheinlich nicht), beende ich das heutige Tagesupdate und wälze mich mit quälenden Lauten aus dem Bett.

Dienstag, 04-04-2017 | Biblife

Ausgestattet mit meinem halben Arzneischrank (Dem Inhalt, nicht wirklich dem Schrank. Es gibt keinen Schrank. #Lügenpresse #AllesNurErlogen) und diversen Büchern, Manuals und dem Laptop sitze ich nun also in der Bibliothek der Sozialwissenschaften. In der Prüfungsphase quillt bei uns die Hauptbibliothek immer über, deshalb habe ich mich direkt in meine Fakultät geflüchtet. Meine Stimme ist jetzt vollkommen hinüber, Umkaloabo hin, Umkaloabo her. Und ich hatte weiß Gott wirklich schon mal mehr Elan. Wer hat sich überhaupt so einen Mist wie Erkältungen ausgedacht? Einzig positiv: Als der Fotograf heute nur Niederländisch gesprochen hat, war meine nicht mehr vorhandene Stimme meine offizielle Entschuldigung dafür, dass ich nur so geistreiche Brocken wie: "Leuk" (gut), "oké" und "dat klapt" (das passt) eingeworfen habe und alles weitere Reden meiner Blogpartnerin überlassen habe.

Gerade drücke ich mich jedenfalls erfolgreich vor einem Paper-Review, weil Niederländisch für Anfänger will ja auch fertig geschrieben und überarbeitet werden. Trotzdem, shame on me. Sobald ich den Beitrag hier in die freie Wildbahn entlassen habe, wird sich aber wirklich dran gesetzt. Ich zähle jetzt schon die Pflicht-Workgroups bis zum Wochenende rückwärts, weil ich momentan partout nicht reden kann. Und wer mich Labertasche kennt, versteht im Ansatz die Dramatik die hinter dem Satz "Antonia kann nicht viel reden." steckt.



In diesem Sinne verabschiede ich mich mit dem (diese Woche verkürzten) Wochenrückblick von euch, winke (metaphorisch; so weit kommt es noch, dass ich meine Posterstellungs-Oberfläche bei Blogspot anwinke) und hoffe, euch gefällt das neue Niederländisch für Anfänger-Konzept.

Liebst,
Antonia

Kommentare:

  1. Hey there! :)

    Bevor ich gleich endlich deinen verdienten Willkommen-Zurück-Kommentar schreibe - den ich schon seit Tagen in meinem Kopf als "wichtig, nicht vergessen!" markiert habe - schreibe ich ganz anti-chronologisch und rebellisch erst einmal hier:

    Ich muss gestehen, nicht viel von deinen vorherigen Niederländisch für Anfänger Beiträgen gelesen zu haben und so recht kann ich mich auch nicht dran erinnern. Müsste einer der ersten gewesen sein und damit ja doch schon eeeeeeinige Monate her. Mir gefällt der jetzige Post aber sehr gut, so von Design und Art her. :D
    Und jedes Mal wenn ich deine Beiträge lese, habe ich das Bedürfnis in deinem Schreibstil zu schreiben. Wobei Bedürfnis nicht ganz richtig ist, mein Gehirn tut es einfach! D: Du bist ansteckend! (Pun sowas von not intended! :D)

    Ich wünsche dir eine sehr baldige Genesung und ein Yay! auf SoWi-Bibs!
    (Unsere Klausurenphase ist ja tatsächlich seit Anfang Februar um, ich bin jedes Mal irgendwie durcheinander wenn andere studierende Menschen andere Ferienzeiten oder Klausurenphasen haben... o.o)


    Liebe Grüße
    Moony

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    1. Hey there (zurück)!

      Ich steh auf antichronologisch und rebellisch bezüglich Kommentare (und Schreiben im Allgemeinen) - also nur auf, sehr gut!

      Ich hatte gestern erst ein anderes Design, aber hab mich dann doch noch mal umentschieden und geändert. So gefällt es mir aber auch sehr gut. Vielleicht schaust du bei den Niederländisch für Anfänger-Posts aus rein ästhetischen Gründen da jetzt öfter mal rein :D

      Momentan bin ich - ironischerweise - nicht nur metaphorisch ansteckend (ein Hoch auf Grippe, ha!) - aber das mit dem Schreibstil ehrt und freut mich natürlich. Klammern sind so unterschätzte Stilmittel.

      Ja, ich seufze jedes Mal wehleidig, wenn meine deutschen Freunde an den deutschen Unis ihre Semesterferien-Erlebnisse teilen, während ich hier jeden Monat zwölf Monate durchpowern muss. Ich sag dir, die Sommerferien sind dieses Jahr wirklich verdient.

      Wie dem auch sei. Ich hüpfe jetzt ganz schnell zum Willkommen-Zurück-Kommentar und freu mich, dass du vorbeigeschaut und ein paar Worte dagelassen hast :3

      Liebst,
      Antonia

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Danke, dass ihr durch eure Kommentare aktiv zum Training von Antonias Sprunggelenken beitragt. Sollte sie nach eurem Kommentar länger nichts posten, liegt es nahe, dass sie sich beim Rückwärts-Flick-Flack nach dem Entdecken einen Wirbel ausgerenkt hat.

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