3/14/2016

Montagsfrage: Was haltet ihr von Büchern, die auf Filmen basieren, also erst nach dem Film geschrieben worden sind?


Hallo meine Lieben!

Neun Stunden Schule überlebt. Nach Hause geschleift. Sehr spätes Mittagessen gehabt. Ins Bett gekrochen. In meinem momentanen Lieblingsonlinebuchshop (was für ein Wort) herumgehangen. Reine Recherche, ich möchte nämlich Ende der Woche eine Shopreview schreiben. Bestellung getätigt. Ebenfalls reine Recherche. Reine Recherche. Und sehr notwendig, weil ich noch ein Abschiedsgeschenk für meinen Nachhilfeschüler brauche. Also: die praktische Notwendigkeit hat mich sozusagen gezwungen Bücher zu kaufen. Da kann man nun wirklich nicht viel dagegen machen. Nein, wirklich nicht. 

Nachdem diese Frage nun geklärt ist und bevor mein Kopf platzt oder ich einschlafe (oder beides auf einmal - das wäre natürlich besonders unglücklich, so als finaler Zustand am Montag), beantworte ich noch ganz schnell die Montagsfrage. Wobei schnell relativ und nach längerer Überlegung der Kopf-Platz-Zustand noch nicht ganz so prekär ist. Man kann aber nicht leugnen, dass ich langsam komisch werde. Immerhin habe ich die letzten drei Zeilen damit verbracht, über die Möglichkeit eines geplatzten Kopfes zu sinnieren. Schieben wir es auf die neun Stunden Unterricht. 


Was haltet ihr von Büchern, die auf Filmen basieren, also erst nach dem Film geschrieben worden sind?


Das ist eine sehr, sehr gemeine Frage für Bücherliebhaber. Wird einem ja immer unterstellt, man wäre einer dieser "Das Buch ist immer besser"-Menschen. Vollkommener Blödsinn, vor allem, wenn man das über reine Buchverfilmungen hinaus auffasst. Ich habe das Gefühl, dass Buchliebhabern unterstellt wird (manchmal auch zu recht), sie würden fanatisch nur Bücher mögen und alles, was über den Standpunkt Gutenberg hinausgeht (also Filme oder schlag-mich-tot E-Books) bis zum Äußersten verteufeln. Ich gehöre glücklicherweise nicht zu dieser Spezies der Buchliebhaber. Dinge sind gut oder sie sind schlecht, egal, welchem Medium sie folgen oder - wie im Falle dieser Frage - welcher Chronologie. Ob die Geschichte nun erst szenisch umgesetzt und dann geschrieben oder erst geschrieben und dann szenisch umgesetzt wurde ist mir eigentlich egal. Solang sie eben gut ist. (Davon abgesehen, dass jedem Film ein geschriebenes Drehbuch vorausgeht, nur mal am Rande.) 

Ob Geschichten tendenziell besser sind, wenn sie erst als Buch erschienen und daraufhin verfilmt wurden oder erst verfilmt wurden und dann - ein Schelm, wer da an die reine Profitgeilheit mancher Filmfirmen denkt - als Buch erschienen sind, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich kann tendenziell nicht sagen, dass ich etwas gegen Bücher habe, die auf Filmen basieren, da das - seien wir mal ehrlich - sehr wage ist. Fast als ob man fragt, ob ich was gegen Bücher habe, die auf einem Lied basieren: "Geht da nicht die Literatur verloren, bei der ganzen Musik?" - die wenigsten würden diese Frage tatsächlich mit "Ja" beantworten. Als ob es irgendjemanden angreifen würde, wäre sein Lieblingsbuch aus einer Lied-Inspiration heraus entstanden. Wieso wir bei Filmen ein so viel angespannteres Verhältnis haben, schiebe ich einfach auf dieses Trashy-Gefühl, was dem Fernsehen anlastet.

Und darauf - und hier ist die eigentliche Gemeinheit dieser Argumentation -, dass Lieder viel weniger Stoff bieten als ein ganzer Film. Man kann eine Inspiration von Film und Lied für ein Buch eigentlich gar nicht richtig miteinander vergleichen (und wieso ich Schelm das trotzdem kann, zeige ich im Fazit): Filme lassen sich nacherzählen, Lieder nicht. Oder es wird eine sehr, sehr kurze Geschichte. Der Punkt ist: Das eigentliche Problem und warum ich glaube, dass viele die heutige Montagsfrage mit einem "dagegen" beantworten werden, ist, was wir mit auf Filmen basierenden Büchern verbinden: Schlechte Qualität der Literatur, weil es einfach viel einfacher ist, in ein Drehbuch ein paar Zwischensätze einzufügen und das dann als "Buch zum Film" zu verkaufen. 

Ich kenne persönlich kein Buch, das auf Filmen basiert, beziehungsweise ich habe nie bewusst eins gelesen. Allerdings lese ich Fanfiction und wäre es nicht so irre teuer, hätte ich mir schon längst eine Han Solo-Geschichte aus den 80ern (?) zugelegt. Also: Bücher, die über den Film hinaus erzählen sind sicher als Fan einen Lesenachmittag wert, Bücher die nur nachplappern, müssen dann wenigstens eine sehr gute Geschichte nachplappern (siehe "P.S."). Wahrscheinlich ist die Formel nicht ganz so einfach, wie ich das jetzt zusammengefasst habe, aber neun Stunden und platzender Kopf - ihr versteht.

Doch bevor ich mich verabschiede: Ich möchte klarstellen - das ist das Fazit -, dass ich die Frage immer noch gemein finde. Nicht, weil der Fragesteller ein übler Schuft ist (ich kenne ja den Fragesteller gar nicht), sondern weil die Frage bestimmte Medien vor andere Medien stellt und mir der Gedanke nicht gefällt. Tatsache ist nämlich: Letztendlich geht es doch um die Idee. Und ob eine Idee für ein Buch von einem Sonntagsspaziergang kommt oder von einem Film oder von einem Lied, ist doch eigentlich egal. Gut ist gut. Punkt. Fertig. Aus.


Alles Liebe,
Antonia


P.S.: Und davon mal abgesehen... Wie viele loben denn bitte den literarischen Wert von "Faust" oder irgendwelchen Shakespeare-Sachen. Jeder Englischlehrer würde dich wahrscheinlich mit einer Shakespeare-Biografie erschlagen, würde man behaupten, diese Stücke wären minderwertige Literatur. Ich habe übrigens bewusst "Stücke" geschrieben, denn genau das sind es: Stücke. Theaterstücke. Vorläufer von Serien und Filmen, wenn ihr versteht, welchen Bogen ich hier spannen will. Wo wir gerade von Büchern reden, die praktisch nur als "Beiprodukt" zum Film/Theaterstück entstanden sind. Die bedeutendsten Werke, die man in der Schule liest, sind nun mal genau das: Geschichten, die ohne das Stück dazu nie entstanden wären. 

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3/08/2016

Gemeinsam Lesen #8




Hallo meine Lieben!

Eigentlich wollte ich nur rasch (Was für ein antikes Wort. Als wäre ich Mitte 70 und hieße nicht Antonia sondern Irmgard.) auf meinem Blog vorbei schauen und ein bisschen Ethik verdrängen, als mich sozusagen aus heiterem Himmel - und weil es so überraschend war, gleich noch einmal: Aus heiterem Himmel - "Gemeinsam Lesen"-Posts anfielen. "Ach, wie nett. Da holen heute wohl einige den versäumten Eintrag von nächste Woche nach.", sagte ich, allein in meinem Zimmer sitzend, "Weil gemeinsam Lesen ist ja immer am Mittwoch." - Dann habe ich ein bisschen nervös gelacht und nicht nur, weil die Situation "Antonia(/Irmgard?) allein im Zimmer, führt Selbstgespräche über Blogaktionen" an sich schon ein wenig beunruhigend ist, sondern weil ich gestern meine Blogpläne bis Juni (!!!) angefertigt habe und nun jeden Mittwoch - die Füchse unter euch haben es bereits erraten - "Gemeinsam Lesen" drin steht. Mein Leben ist ein griechisches Drama und ich bin nicht gut mit Wochentagen. Man möchte weinen. 


Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?


Ich lese momentan "The Ocean At The Ende Of The Lane" von Neil Gaiman und befinde mich auf Seite 65, zu Beginn des 7. Kapitels.


Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?


"The next day was bad."

(#life)


Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?


Ich werde noch nicht so wirklich warm mit dem Buch, aber ich habe das Gefühl, dass es gerade am Anrollen ist und ich es spätestens in ein paar Seiten, wenn die Geschichte richtig angelaufen ist, nicht mehr aus der Hand legen werden kann (okay, dieser Satz war jetzt sehr verwirrend) (Aber er ist gleichzeitig auch eines dieser Dinge, die pädagogisch wertvollere Menschen als ich mit dem Adjektiv "selten" beschreiben würden. Deshalb bleibt er stehen. FREIHEIT FÜR DEN MISERABLEN SATZBAU!) (Es ist mir ein Rätsel, wie ich im Oktober einen Schreibwettbewerb auf Landesebene gewonnen habe.) (Aber Antonia kann auch Essay!) (Ein Rätsel, eindeutig ein Rätsel.) (Okay, das war jetzt so konstruiert. Es heißt "Antonia kann auch Essays", dessen bin ich mir bewusst. ICH KANN MIT DIESER LÜGE NICHT WEITER LEBEN!) (Wo waren wir eigentlich? Ach ja...) Als ich vor einigen Jahren mein erstes Buch von Neil Gaiman ("Coraline") gelesen habe, bin ich auch auf den ersten Seiten nicht warm geworden und fand es ab Mitte bis zum Ende hin dann sehr, sehr gut. Und da ich gerade an der Stelle bin, an der die dunkle Fantasy losgeht, die Neil Gaiman nun mal so unheimlich gut beherrscht (wortwörtlich...), bin ich auch bei diesem Buch guter Dinge.


Hast du eine Geschichte und ihre Charaktere jemals so sehr geliebt, dass du richtig niedergeschlagen warst, als du das Buch fertig gelesen hattest?


Das passiert mir bei Lieblings-Buchreihen sogar ziemlich oft. Kerstin Giers Charaktere in der Edelsteintrilogie und in der Mütter-Mafia-Trilogie vermisse ich schon und bin wahrscheinlich immer noch nicht so richtig darüber hinweg gekommen, dass es da irgendwo dann eben nicht mehr weiter geht. Ganz extrem war es bei Percy Jackson von Rick Riordan. Da war ich heilfroh, dass nach dem 5. Band der Original-Serie noch eine Spinn-Off-Reihe da war, die mein Fangirlherz noch ein bisschen am Leben erhält. Die Tatsache, dass ich nun aber auch schon den letzten Teil dieser Spinn-Off-Reihe lese, gefällt mir überhaupt nicht. Ich hoffe auf "Trials of Apollo" als würdigen, Percy-Jackson-lastigen Nachfolger. Ich hoffe wirklich. Ich würde gern noch mehr Beispiele nennen, aber bevor ich hier die "Tribute von Panem"-Wunde wieder aufkratze, lasse ich es lieber damit gut sein. 

Bei Einzelbänden geht es mir hingegen eher selten so. Natürlich gibt es auch dort Bücher, die ich gern "entlesen" würde, nur um sie dann noch mal vollkommen neu zu entdecken, aber bei Buchreihen ist es viel extremer. (Beispiele für diese Bookover-Bücher - man bemerke den tollen Neologismus aus "Book" und "Hangover" - wären "Der Märchenerzähler", "Die Bücherdiebin", "Ballettschuhe" etc. pp. Ach, das waren noch Zeiten.)

Da darf man schon mit ein bisschen Wehmut in die Vergangenheit zurückblicken. Aber was will man machen? The show must go on oder so ähnlich. Wo wir ein gutes Buch oder eine gute Buchreihe zurücklassen, finden wir bald schon die nächste im Laden stehen. (Und notfalls darf man ja Bücher auch immer wieder lesen.)



Alles Liebe,
Antonia

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3/07/2016

Montagsfrage: Bist du jemand, der seinen Buchbestand regelmäßig ausmistet, oder behältst du lieber alle deine Bücher?



Hallo meine Lieben! 

Ich habe mich an meinem schulfreien Montag nun endlich aus dem Bett geschält, um in den Beginn eines Posts auf subtile Weise einzuflechten, dass ich heute einen schulfreien Montag habe. Ich kann euch versichern, dass es sich nicht nur herrlich anhört, sondern tatsächlich auch unheimlich herrlich ist. Es ist halb elf und ich liege mit meinem Laptop im Bett, statt in Bio zu sitzen. Nicht, dass ich etwas gegen das Fach Biologie hätte. Aber Bett und Laptop sind einfach schöner. Was natürlich aber noch viel schöner als Bett, Laptop und schulfrei ist, ist Bett, Laptop, schulfrei und das produktive Beantworten einer Montagsfrage. Oh, was bin ich nicht der Meister der geschickten Überleitungen. Denn genau das werde ich jetzt machen: Produktiv die Montagsfrage beantworten und danach produktiv aufstehen und produktiv mein Zimmer aufräumen und produktiv an einem Ethik-Hefter basteln, den ich dringend fertig bekommen muss. (Ich weiß übrigens selbst nicht, wieso genau das Adjektiv "produktiv" sich durch den letzten Abschnitt gezogen hat wie Nachrichten über die amerikanische Präsidentschaftswahl gerade über mein Facebook-Dashboard. Es kam einfach und ist geblieben, einfach so, da kann man nichts machen.)


Bist du jemand, der seinen Buchbestand regelmäßig ausmistet, oder behältst du lieber alle deine Bücher?


Meine Babys? Ausmisten? *einen Haufen Bücher in die Arme nehm* NIEMALS! (Ich könnte eigentlich an dieser Stelle jetzt die Beantwortung sein lassen, weil die letzte Zeile eigentlich alles beschreibt, was ich folgend noch etwas schicker formuliert erklären werde. Aber weil's so schön ist...)

Ich bin von Haus aus nicht nur Pflanzenfresser (Das ist die beste Umschreibung für einen Vegetarier, die es gibt, weil es klingt, als wäre ich ein Dinosaurier und das ist alles, was ich an einem Montagmorgen an Glück in meinem Leben brauche.), sondern auch eingefleischter (*badumtz*) Nostalgiker. Es fällt mir nicht unbedingt schwer, irgendwelchen Nippes wie alte Kinder-Überraschung-Spielzeuge, die ich nie zusammengebastelt habe, weil ich eigentlich immer nur die Schokolade will, wegzuwerfen und es fällt mir auch überhaupt nicht schwer, meinen Kleiderschrank komplett auszumisten. Was mir tatsächlich schwer fällt, ist Bücher ausmisten, was ich in meinem ganzen Leben eigentlich noch nie gemacht habe. 

Es ist schon klar, dass einige Kinderbücher irgendwann auf den Dachboden umziehen, weil es relativ unwahrscheinlich ist, dass ich in meinem Leben noch einmal zum eigenen Lesevergnügen darin blättern werde. Aber die Bücher weggeben oder gar wegschmeißen kommt für mich eigentlich nicht infrage. Eine Einstellung, die ich spätestens im Sommer verfluchen werde, wenn ich dann Bücherkartons von meinem Zimmer zum Umzugswagen und nach viereinhalb Stunden Autofahrt vom Umzugswagen in meine Studentenbude schleppe. Aber sei's drum. Ich plane ein Leben, in dem definitiv irgendwann eine Bibliothek im Haus vorkommt (und eine Menge Katzen und die Weltherrschaft, aber das ist eine andere Geschichte) und das sind dann wohl einfach die Opfer, die Frau da bringen muss.

Sollte ich mich doch einmal von Büchern trennen müssen etc., wäre es sicher in Form einer Spende an die örtliche Bibliothek. Dann haben wenigstens andere Lesebegeisterte noch ihren Spaß mit ihnen. Mit diesem Gedanken könnte ich mich gerade noch so anfreunden.



Wie steht ihr selbst zum Bücher-Ausmisten? Könnt ihr euch von euren Schätzen einfacher trennen als ich? Gebt euren eigenen Senf dazu und verlinkt ihn dann bei Buchfresserchen.

Alles Liebe,
Antonia

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3/06/2016

F E B R U A R (und Anfang März) - ein Hoch auf Kreislaufprobleme!

Hallo meine Lieben! 

Da ich momentan eifrig dabei bin, die Tatsache zu verdrängen, dass ich nur noch zweieinhalb Wochen Schule in meinem ganzen Leben (!!!) habe, habe ich sozusagen diesen ganzen Monatsumbruch ein bisschen verschlafen. Und wo wir gerade von "verschlafen" reden: Ja, ich bin mir bewusst, dass zwei Mal "habe" hintereinander jetzt nicht gerade das rhetorische gelbe vom Ei ist, aber ich bin vor fünf Minuten durch eine ein Stück Papier durch's Zimmer wedelnde Katze aufgewacht und habe nur einen kurzen Griff nach links zu meinem Laptop gemacht, der da gerade geladen hat und begonnen, meine morgendlichen Geistesergüsse mit euch zu teilen. Viel Spaß!


Der Monatsrückblick


Eigentlich haben sich - um ehrlich zu sein - alle wirklich interessanten Dinge in der letzten Woche abgespielt, wenn ich ehrlich sein soll. Der Rest des Monats bestand tatsächlich nur aus "Ach, noch zwei Monate bis zum Abi.", "Ach, noch eineinhalb Monate bis zum Abi." und "Wir sprechen nicht über Ende März, wir verdrängen Ende März." - und aus Kursarbeiten. Daraus bestand er ebenfalls. Ich hatte letzten Monat wirklich nicht viel spannungeladenes Erzählmaterial. Aber ich wäre ja nicht ich, wenn alles, was den Februar nicht gekommen ist, dann in der ersten Märzwoche niederbricht. Also klappe ich jetzt einfach mal mein Mär(z)chenbuch auf (Oh, der war so schlecht) und erzähle euch, wieso die Wochenzusammenfassung nicht bereits letzte Woche gekommen ist.

Also: Donnerstag und Freitag war die Schulgala unserer Schule (Ja, von was auch sonst?), bei der ich die diesjährige Abschlussrede gehalten habe. Da die ganze Organisation (ich habe auch ein winziges Fitzelchen bei der Ideenfindung für die Moderation mitgeholfen und deshalb die terminlichen Voll-Umwerfungen des Programms mitbekommen) dieses Jahr allgemein ein bisschen knapp war, habe ich mich - anpassungsfähig wie ich nun mal bin - ebenfalls in dieses Schema eingegliedert und bin erst Montags mit der Rede fertig geworden, währenddessen ich nebenbei Leonardo DiCaprio bei seiner Oscar-Rede zugesehen habe (ich bin zwar ein bisschen alt für's Durch-Machen in der Oscar-Nacht, aber ich habe mir die letzten eineinhalb Stunden angeguckt). Rede war so in Ordnung, noch ein paar Verbesserungsvorschläge und ich war fertig. Eigentlich ganz entspannt, ach, wenn es immer so laufen würde.

Dienstag dann die letzte Kursarbeit - Mathe. Die Begeisterung über Aufgaben und Beantwortungsvermögen hielt sich nach der fertigen Klausur in unserem ganzen Jahrgang - sagen wir mal - eher in Grenzen. Ich bin schon gespannt, am Dienstag bekomme ich sie sicher wieder. Dann eineinhalb Stunden Fahrschule, die eigentlich ganz gut lief. Ich kam also nach Hause und wurde gleich von meiner Mutter mit "Eve hat angerufen." empfangen. Eve ist meine Freundin und war - was ich nach dem Rückruf herausgefunden habe - noch wesentlich genervter über die Mathe-Kursarbeit als ich (ich bin eigentlich tiefenentspannt darüber, kann das Ergebnis ja nun eh nicht mehr ändern) und hatte die glorreiche (ohne Ironie) Idee, einfach ins Schwimmbad zu fahren, um diesen Tag zu verdrängen. Ja, Schwimmbad, dachte ich mir, ist doch immer eine gute Idee. Also stand Eve am Abend mit ihrem Auto vor meinem Haus und wir machten uns auf den Weg. Bis hierhin nun wirklich nichts ungewöhnliches. Schwimmbad war ungefähr eine halbe Stunde ganz nett und ist am Abend sogar noch schöner als bei Tageslicht. Aufmerksame Leser werden nun bemerkt haben, dass das Schwimmbad nur die "erste halbe Stunde ganz nett" war. Nun, was ist danach passiert? Mein Kreislauf, meine Freunde, mein Kreislauf. Wir saßen im Whirlpool und ich bekam Magenschmerzen, nicht sonderlich schlimm, einfach Lass-uns-mal-fünf-Minuten-aus-dem-Whirlpool-gehen-Magenschmerzen. Also: Etwas kälteres Becken. Magenschmerzen werden schlimmer, wir gehen ganz raus. Ich sollte vielleicht zuvor erwähnen, dass sich bei mir Kreislaufprobleme häufig in Magenkrämpfen äußern, was ich aber in diesem Moment noch nicht so wirklich miteinander in Verbindung gebracht habe. Das ging dann erst los, als ich mit richtig heftigen Krämpfen erst auf einer Liege und dann auf dem Boden lag und anschließend angefangen habe, wie irre zu zittern und alles, was ich auch so schon nicht an Hautfarbe besitze, zu verlieren. Schwimmbad war daraufhin gelaufen, auch wenn ich wieder in der Lage war, zum Auto zu laufen/kriechen und meiner Freundin zu erklären, dass das bei mir ganz normal ist und ich nur was Süßes brauche, um den Blutzucker wieder hochzupäppeln. Daraufhin folgte eine fünf-minütige Diskussion im Auto darüber, dass Eis von Burger King, nachdem man gerade ein paar Mahlzeiten losgeworden ist *Details werden erspart* und mit einem immer noch gereizten Magen nach Hause fährt, keine gute Idee ist vs. "Ich bin fast volljährig und ich will Oreo-Eis. Glaub mir, das war der Kreislauf." - letztendlich habe ich gewonnen, mein Eis bekommen und die Burger King-Bestellung meiner Freundin als Entschuldigung für meinen komischen Körper gleich mit übernommen. Und wie ich es bereits angenommen hatte: Es war tatsächlich der Kreislauf und das Eis hat sehr gut getan.

Am nächsten Tag war dann Generalprobe für die Schulgala und nachdem Eve mir angedroht hatte, mich "eigenhändig nach Hause zu fahren und deine Mutti anzurufen, wenn du so zur Generalprobe kommst." (Und das hätte sie gemacht, glaubt mir), habe ich penibel genau darauf geachtet, das Essen und Trinken nicht zu vergessen und lieber ein bisschen zu langsam als zu schnell irgendwo aufzustehen. (Das hört sich jetzt ein bisschen übertrieben an, aber der Kollaps war so schlimm, dass ich die ganze letzte Woche noch total geschwächt und angegriffen war.) Generalprobe lief gut, ich bin nicht mal umgeklappt - alles sehr nett.

Die beiden Abende Schulgala waren - wie immer - einfach nur legendär. Alle zwei Jahre gibt es bei mir an der Schule eine drei-Stündige Musik-Tanz-und-Talent-Veranstaltung, bei der ich die letzten drei Male in Folge eine Abschlussrede zum Besten gegeben habe. Vorteil an der Abschlussrede: Man hat den ganzen Abend Zeit, anderen Auftretenden zuzusehen und hinter der Bühne tiefenentspannt mit Abendkleid und Nike-Turnschuhen (weil die hohen Schuhe einfach zu unbequem sind) durch die Gegend zu schlürfen. Nachteile an der Abschlussrede: Es gibt eigentlich nicht wirklich welche. Ich bin mittlerweile nicht mehr so aufgeregt, dass ich fünf Akts vor meinem zusammenklappe (oh, that irony). Viel mehr ist an diesem Abend auch gar nicht passiert, aber ich wollte euch nur kurz mit dem Bild, wie ich in Abendkleid und Turnschuhen hinter der Bühne stehe und ein Sandwich mit Kichererbsen-Ingwer-Aufstrich verspeise in den Tag entlassen. (Ein Mädchen betrachtete - gleichermaßen fasziniert und verstört - mein Brot und fragte: "Was ist denn das für ein Aufstrich?" - "Kichererbsen-Ingwer.", sagte der Vegetarier - "Wie Humus?" (sie) - "Ja, schon.", was gelogen ist, weil ich keine Ahnung habe, wie Humus schmeckt. Ich kann den Blick nicht wirklich beschreiben, aber gänzlich überzeugt vom Genuss dieses Brotes schien sie nicht so wirklich. Und da sagt noch einer, über vegetarische Aufstriche ließen sich keine Gespräche beginnen.)

Für alle, die bis hier hin zu faul waren, diesen Roman zu lesen. Es war ungefähr so: Februar: nix los - Rede für Schulgala schreiben - Mathe-Kursarbeit - Schwimmbad, um Mathe-Kursarbeit zu verdrängen - Kreislaufzusammenbruch im Schwimmbad - Generalprobe für die Schulgala - Schulgala - Brotaufstrich. Ich hoffe, ihr hattet Spaß!


Der Monatsausblick


Tatsächlich verspricht der März jetzt schon, wesentlich interessanter als der Februar zu werden. Ich weiß - um ehrlich zu sein - gar nicht, wo ich vor lauter Euphorie eigentlich anfangen soll. Vielleicht einfach mal so:

Ich habe im Februar einen tollen, neuen Buchshop entdeckt, der pro 1€ 10 Quadratmeter tropischen Regenwald unterstützt. Diesen Buchshop möchte ich euch eigentlich gern als eine Alternative zu Amazon und Co. vorstellen und habe deshalb - natürlich rein aus Forschungsgründen - gestern eine Buchbestellung getätigt, auf die ich mich jetzt - obwohl es nur Forschungsgründe waren! *räusper* - sehr freue. 

Und auch, wenn sich durch diese neue Bestellung mein SuB wieder ein bisschen aufbaut, habe ich dieses Wochenende bereits fleißig an einem Abbau gearbeitet. Ich habe nämlich gestern an einem Stück "How To Survive As A Rock Band" von Itchy Poopzkid durchgelesen. Eigentlich habe ich mir dieses Buch nur als Vorbereitung auf ein Konzert von ihnen, auf das ich Ende März gehe, zugelegt, konnte aber schlicht und ergreifend einfach nicht mehr mit dem Lesen aufhören. Ich kann euch das Buch bereits jetzt - ob ihr Fans seid oder es erst nach der Lektüre werdet - wärmstens empfehlen. Es ist herrlich! 

Zwei große Termine sind natürlich auch die Leipziger Buchmesser, auf der ich dieses Jahr am Messesonntag mein Unwesen treiben werde, allerdings nicht als angemeldeter Blogger, weil eine gewisse Person die Voranmeldung im Internet verpennt hat und jetzt glaubt, dass es zu kurzfristig wird. Diese gewisse Person bin übrigens ich.

Ich bin dieses Jahr nur einen Tag auf der Buchmesse (obwohl ich gern das ganze Wochenende gefahren wäre), weil ich am Samstag eine Unibesichtigung in den Niederlanden durchführen werde. Auch darauf freue ich mich schon sehr und hoffe, dass mir kein Stau ein Kreuz durch meine Pläne macht.

Ende März erfahre ich dann auch endlich, wie der Wettbewerb, bei dem ich mich im Januar beworben habe, ausgegangen ist, was die Tatsache, wie nah das Abitur dann schon gerückt ist, wenigstens ein bisschen erträglicher macht.

Ihr seht also: Viel zu tun, viel zu tun. Und vor allem müsste ich auch noch zwei Rezensionen für Bücher schreiben. Nun gut. Morgen habe ich einen schulfreien Tag, vielleicht wird es ja mal was.



Alles Liebe,
Antonia

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