10/27/2015

Rezension: "Silber - das dritte Buch der Träume" von Kerstin Gier

"Persephone warf sich ihre Haare in den Nacken. »Wie sehe ich aus?« »Moralisch entgleist, aber unverändert gut.«, sagte ich." (S. 274)
Dieses Zitat ist literarisches Gold.


Nachdem ich den gestrigen Tag dann doch noch damit verbracht habe, mich durch Internetseiten über Leonardo Da Vinci zu wühlen (und deshalb nicht weiter die dritte Staffel von Da Vinci's Demons schauen konnte... In der es um Leonardo Da Vinci geht... Welch Ironie), habe ich doch noch einen ganz anständigen Vortrag zustande gebracht. Und nachdem meine Kunstlehrerin mich nach ungefähr fünfunddreißig Minuten Da Vincis Leben, Da Vincis Mona Lisa, Da Vincis goldener Schnitt und so weiter sozusagen von der Bühne (oder vor der Klasse weg) gezogen und mich durch die Blume ein Leonardo Da Vinci-Fangirl genannt hat (UND ICH SCHÄME MICH NICHT!), bin ich Zuhause gelandet. Geschafft, glücklich und - weil Alliterationen einfach schön sind - ganz drauf aus, jetzt die Silber-Rezi zu schreiben, die schon länger in meinem Post-Fundus vor sich hin vegetiert. Viel zu lang um genau zu sein. Und deshalb will ich auch gar nicht weiter Zeit verlieren. Pampelmuse. Salzteig. Tandem. Besenstielreparierer. (Ich schwöre bei Leonardos Dame mit dem Hermelin, ich weiß genauso wenig wie ihr, wieso ich das eben geschrieben habe.) (Kürbissuppe. Einer ging noch.)


Die Fakten



Was ist das für ein Buch? 
* Finale der Silber-Trilogie
* Contemporary Fantasy

Wer hat's geschrieben?
* Kerstin Gier

Wann veröffentlicht?
* 2015

Wo wurde es veröffentlicht?
* Deutschland: S. Fischer Verlag GmbH

Wie viel kostet der Stoff?
* Hardcover: 19,99 €
* Taschenbuch: -
* E-Book: 18,99 €

Will haben?
Will haben.




Der Inhalt


Es ist März, in London steht der Frühling vor der Tür - und Liv Silber vor drei Problemen. 
Erstens: Sie hat Henry angelogen. Zweitens: Die Sache mit den Träumen wird immer gefährlicher. Arthur hat Geheimnisse der Traumwelt ergründet, durch die er umfassbares Unheil anrichten kann. Er muss umbedingt aufgehalten werden. Drittens: Livs Mutter Ann und Graysons Vater Ernest wollen im Juni heiraten. Und das böse Bocker, die Großmutter von Grayson, hat für die Hochzeit ihres Sohnes große Pläne, allerdings ganz andere als die Braut.
Liv hat wirklich alle Hände voll zu tun, um die drohenden Katastrophen abzuwenden.

(c) Kerstin Gier: Silber - das dritte Buch der Träume, S. Fischer-Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2015


Die Autorin


Ist die bezaubernde Kerstin Gier. Hier bin ich bereits Wiederholungs-Täter und bekennender Halbzeit-Vollzeit-Fan. Wer noch nicht die Müttermafia-Trilogie und die Edelstein-Trilogie gelesen hat, hat in den letzten Jahren seines Lebens definitiv irgendetwas verpasst. Die Silber-Trilogie ist die zweite Jugendbuchreihe der Autorin, die sonst eher im, gerade von mir erfundenen, "Frauen-Literatur-Komödien"-Genre angesiedelt ist. Perfekte Strand-Lektüre und großartiger Sinn für den genau richtigen Pointen-Zeitpunkt. Ob ihr nun versteht, was genau ich damit meine oder nicht: Ihr solltet es in jedem Fall selbst erlesen. Ich habe dank dieser Frau die ein oder andere Lach-Träne vergossen.


Die Rezension


Was will man sagen? Es ist halt ein Kerstin Gier-Buch. Und es geht um Träume. Und es spielt in Großbritannien. So einfach kann man mich glücklich machen.

Aber mal von Anfang an... Im Moment gibt es Buch-Finale (Wieso ist eigentlich nicht "Finali" der Plural von Finale? Das hört sich wirklich goldig an.) wie Sand am Meer und ich ertrinke gerade mehr oder weniger in Vorbestellungen (wenn ich sie denn mal NICHT vergesse). Auf den dritten Teil der Silber-Trilogie freue ich mich bereits, seit ich den zweiten ausgelesen habe. Und das ist - mit Verlaub - schon eine halbe Ewigkeit her. Die logische Konsequenz aus über einem Jahr Vorfreude ist natürlich, dass ich mit sehr hohen Erwartungen an den dritten Teil der Reihe gegangen bin und die logische Konsequenz dieser logischen Konsequenz ist, dass ich natürlich viel strenger gelesen und mit den Momenten, die ich mit den vorherigen Teilen hatte, verglichen habe. Zumal ich mittlerweile ein durchaus gängiger Leser der guten Frau Gier bin und mich bisher bei jedem einzelnen Buch fast scheckig gelacht habe.

Bisher. Das hört sich jetzt wesentlich dramatischer an, als es eigentlich ist. Wirklich. Wer die Posts der letzten Tage gelesen/überflogen/IHR KÖNNT DOCH NICHT EINFACH MEINE POSTS ÜBERFLIEGEN! hat, weiß mittlerweile vielleicht, dass der Oktober definitiv nicht mein Monat war. Und ohne die Dinge trauriger zu machen, als sie eigentlich schon sind, ist es nicht gelogen, wenn ich sage, dass ich diesen Monat nicht wirklich herzhaft und locker von der Seele lachen konnte. Und der einzige Grund, aus dem ich überhaupt ein Buch von einer Schriftstellerin gelesen habe, die für ihre komödiantische, leichte Schreibweise bekannt ist, ist, dass ich wirklich schon sehr gespannt seit Monaten auf dieses Buch gewartet habe und Zustände auch nicht besser werden, wenn man untätig in der Ecke sitzt und die Welt hasst, statt etwas zu machen, an dem man sonst eigentlich viel Spaß hat.

Ich bin - um es auf den Punkt zu bringen - nicht ernsthaft mit der Erwartung herangegangen, ich würde mich bei der Lektüre des Buches vor Lachen kugeln, weil ich das zu dem Zeitpunkt einfach noch nicht konnte. Aber da das eine Rezension ist und ich eben die Rezensentin, bin ich es euch schuldig, ehrlich zu sein und zu sagen, dass das das (oh, wie ich die deutsche Sprache liebe) erste Kerstin Gier-Buch ist, bei dem ich wirklich nicht bei einem Lachanfall fast an meiner eigenen Spucke erstickt bin. Ich finde das Buch sehr gut und sehr lesenswert, sehr spannend und sehr wohltuend für die Seele, aber nicht das Lustigste, was ich bisher von ihr gelesen habe. Und das ist vollkommen in Ordnung. Weil es Erstens: Wahrscheinlich dieses Mal sehr subjektiv ist und einfach an mir lag und Zweitens: Die Situationen auch einfach nicht hergegeben haben. Wo der Humor vielleicht dieses Mal Abstriche machen musste und es einfach nicht so aus mir herauskitzeln konnte, hat die Spannung und die Sensibilität, mit der bestimme Themen angeschnitten werden, es wirklich wettgemacht (was mich dazu veranlasst zu behaupten, dass nicht nur ich den ersten und zweiten Teil lustiger fand und dass das schlichtweg dem Ende der Reihe - Enden sind immer ein bisschen weniger lustig, weil es dann ernst wird - geschuldet ist). Das Buch ist natürlich weder Gesellschaftsdrama noch Thriller, aber es war in seiner Geschichte und in seinen Zusammenhängen on point - um mal die internationale Note in diesen Blog zu bringen - und für mich genau spannend genug, dass ich ordentlich mitfiebern, aber nicht vor Hibbeligkeit zwischendurch mal einen Mülleimer umtreten musste. Und das ist genau die schmale Gratwanderung, die ich mag.

Für alle Fans von Kerstin Gier ist das Buch (und die Reihe!!!) natürlich ein Muss. Liebenswerte (und einige nicht so liebenswerte...) Charaktere, ein bisschen Spannung, ein bisschen mehr Witz und eine teils amüsante, teils ernstere Beschäftigung mit typischen "Jugend-Problemen" (und untypischen Jugend-Problemen - allgemein eben mit Jugend-Problemen, wenn ihr versteht, was ich meine). Also lasst euch nicht von meinem "Memememememe-die-anderen-Teile-waren-viel-lustiger"-Gerede verschrecken. Das unlustigste Kerstin Gier-Buch ist immer noch lustiger, als das meiste, was sonst so auf dem Markt herumflattert und - wie man am Eingangszitat unschwer erkennen kann - hat auch dieser Teil absolute Schmunzel-Momente. Selbst, wenn der eigene Humor gerade nicht auf Hochtouren läuft. Wer die Mundwinkel nicht mal ein bisschen nach oben ziehen musste, hat eine üble Gesichtslähmung.


Die Links zum Weiterlesen


» letzter Post [Montagsfrage: Halloween naht, stimmt ihr euch mit passender Lektüre ein oder macht ihr euch nichts daraus?, 26.10.2015]
» letzte Rezension ["Helden des Olymp - das Haus des Hades" (4) von Rick Riordan, 24.07.2015]

» Rezension ["Silber - das zweite Buch der Träume" von Kerstin Gier, 26.07.2014]
» Empfehlung [Tolle Final-Aktions-Empfehlung - "Silber - das dritte Buch der Träume", 07.08.2015]



Alles Liebe,
Antonia

Kommentare:

  1. Eine schöne Rezi hast du da geschrieben! Silber war schon im 1. Band nicht meins und ich bin mir nicht sicher, ob ich es weiterlesen werde, wenn die Reihe,- ich will nicht sagen "abbaut" -, aber zumindest sich nicht mehr steigert. .. :)

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    1. Vielen lieben Dank, freut mich sehr, dass sie dir gefällt :)

      Ich würde nicht umbedingt sagen, dass die Reihe abbaut, sondern einfach nur, dass sie zum Ende hin ein wenig an Ernst gewinnt, was ja zum Showdown vollkommen normal ist. Ich persönlich bin - wie man vielleicht bereits erahnen konnte :D - ein großer Fan von Kerstin Gier und fand auch Silber sehr gut (und gerade im 3. Teil hat das Mysteriöse einen besonderen Reiz, wodurch aber - wie ja gesagt - sich der Witz ein wenig verliert). Trotzdem gefällt mir die Edelstein-Trilogie einen Ticken besser, aber ich mag auch die ganze Zeitreise-Sache sehr. Lesenswert finde ich die Reihe aber trotzdem (aber das musst du entscheiden, aus mir spricht ja auch ein bisschen der treue Kerstin Gier-Fan ;D)

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  2. Ich muss ehrlich sagen, dass ich die ersten zwei Bände nicht soooo toll fand, sie aber trotzdem gelesen habe. Und den 3. werde ich auch noch lesen, weil ich ja wissen muss wie das mit Liv und Henry so weitergeht :)

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    1. Ja, ich habe die beiden auch geshippt ohne Ende xD (und ich mag Henry!). Im Vergleich zur Edelstein-Trilogie fand ich die Silber-Trilogie auch nicht so gut. Aber die ersten beiden Bände habe ich trotzdem sehr gern gelesen, was aber wahrscheinlich auch daran liegt, dass ich Kerstin Gier einfach im Allgemeinen sehr mag.

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Danke, dass ihr durch eure Kommentare aktiv zum Training von Antonias Sprunggelenken beitragt. Sollte sie nach eurem Kommentar länger nichts posten, liegt es nahe, dass sie sich beim Rückwärts-Flick-Flack nach dem Entdecken einen Wirbel ausgerenkt hat.

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