3/09/2015

Montagsfrage: Welches Buch hat dich 2015 bisher am meisten begeistert?



Es ist mal wieder Montag und Zeit für die wundervolle Montagsfrage bei Buchfresserchen. Ich habe heute einen schulfreien Tag (was für ein Glück) und nach ungewöhnlich langem Schlafen heute (Ja, ich wache sonst immer gegen 7:30 Uhr am Wochenende auf - es ist ein Fluch...) (Dazu sollte man sagen, dass ich bis ca. 1:00 Uhr Recherchearbeit für mein Buch betrieben habe und nach vier Stunden  60er/70er-Jahre-Musik hören und Playlist erstellen - es hat Sinn, das schwöre ich! - einfach nur erschöpft ins Bett gekullert bin) bequeme ich mich nun auch mal vor meinen Laptop und lasse mal wieder ein paar Worte von mir verlauten. Und ohne weiter ins Detail meines verlängerten Wochenendes zu gehen, geht's jetzt gleich los. Gleich. Gleich. Ganz gleich. Naaaaaa... Jetzt.


Oh, da habe ich ja dieses Jahr bereits eine große Auswahl, auf die ich zurückgreifen kann. Hehe. Hehehehehe. Nicht. Also momentan habe ich - sage und schreibe - drei Bücher in diesem Jahr gelesen (Okay, mit Woyzeck in der Schule wären es schon vier - aber Woyzeck ist ein 26-seitiges Fragment. Und deshalb zähle ich das jetzt einfach mal nicht.), die da wären: Alcatraz und das Pergament des Todes von Brandon Sanderson, Der Herr ist kein Hirte von Christopher Hitchens und Deutschland - Ein Wintermärchen von Heinrich Heine. Gut, ich könnte jetzt versuchen mich aus der Affäre zu reden und sagen, dass Der Herr ist kein Hirte keine leichte Roman-Kost ist, sondern schon ein bisschen länger zu lesen dauert (Das Buch habe ich übrigens zum 2. Mal gelesen und kann es nur empfehlen - wenn man sich für Religion, bzw. Religionskritik interessiert - ich bin übrigens nicht gläubig, sondern relativ überzeugte Atheistin und finde fast alles, was die Religion und ihre Anhänger praktiziert, nicht gut. Faszinierend finde ich sie an sich trotzdem.) und Deutschland - Ein Wintermärchen ja von Heinrich Heine. Ich würde zwar abstreiten, dass sich Deutschland - Ein Wintermärchen schwer lesen lässt, aber es ist Heinrich Heine. Riecht ihr das? Den Duft des pädagogisch Wertvollen? Hach.

Tatsächlich hat mich von diesen drei Büchern bisher Deutschland - Ein Wintermärchen am meisten begeistert. Und das nicht mal, weil die Auswahl (Ich muss mal kurz unterbrechen - wieso bekomme ich permanent Werbung für die komische Deutsch-Rap-Playlist bei Spotify?! Ich mag Deutsch-Rap nicht mal. Gooooott - da hört man ein paar Mal EMINEM und schon bekommt man dauernd Werbung. Für deutschen Rap. Ich will keinen deutschen Rap hören. Okay, tut mir leid, es geht schon weiter...) rein numerisch etwas begrenzt ist. Sondern weil das Buch wirklich, wirklich gut ist. 

Meine Deutsch-Lehrerin sagte, als wir das Buch in der Schule angefangen haben, »Entweder man liebt Heine. Oder man hasst ihn. Es gibt eigentlich kein Mittelding.« Ich gehöre jedenfalls auf die Fanclub-Seite von Heinrich Heine. Ich lese an sich sehr gern seine Gedichte und dann gibt es doch tatsächlich ein 91-seitiges Gedicht von Heine (in meiner Ausgabe sind es jedenfalls 91 Seiten - kann natürlich variieren, je nachdem, welche ihr persönlich besitzt/in Schule etc. in die Hände bekommt). Der größte Teil meines Deutsch-Kurses war nicht so begeistert. Ich wäre vor Freude fast in Tränen ausgebrochen. So unterschiedlich sind die Geschmäcker. 

Viele von euch haben das Buch sicher in der Schule gelesen oder zumindest anderweitig irgendwann schon einmal davon gehört. Wir haben es in der Schule angefangen (und die ersten beiden Capitis - das ist der Plural von Caput, die "Kapitel" in die das Buch eingeteilt ist - das Wort Caput steht übrigens nicht in meinem Duden, 25. Auflage - schämt euch, Duden-Verlag! Schämt. Euch.) und mussten uns dann selbst ein Caput herausnehmen, welches wir interpretieren sollten (ich habe mich für das VII. entschieden - immer noch mein Liebling, nachdem ich das Buch danach fertig gelesen habe.) (Jetzt bekomme ich eine Werbung für die Hip-Hop-Most-Wanted-Playlist. NEIN. NEIN. NEIN. NEEEEIN! Na ja. Wenigstens ist EMINEM da zumindest dabei. Aber bitte Spotify. Hör auf. Wenn ich Playlist-Empfehlungen nach meinem Musik-Hören bekomme, dann hör auf. Und ich gehe davon aus, weil ich davor nie Empfehlungen für Hip-Hop/Rap bekommen habe!) (Aber zurück von Eminem zu Heinrich Heine.)

Ich liebe das Buch, weil in jeder Zeile eine unheimliche Ironie und einen großartigen Witz hat. Und ich glaube, könnte ich in der Zeit zurückreisen, würde ich Heinrich Heine gern kennenlernen wollen. Ich kenne nicht viele andere Schriftsteller, die so genau meinen Humor treffen. Ich liebe seine Sprachbilder, diese Treffsicherheit, einfach alles. Ich liebe dieses Buch wirklich.
Versteht mich nicht falsch, es gibt genug Klassiker, die gar nicht mein Geschmack sind und genug Gedichte von anderen deutschen Gedicht-Größen, die ich nicht mag (Schiller zum Beispiel - ganz, ganz bitter), aber Heinrich Heine kann ich wirklich gut lesen und mag ich einfach. Jeder hat halt so seinen eigenen Schriftsteller-Mix. Und wichtig ist wahrscheinlich nur, nicht mit Vorurteilen heran zu gehen (auch wenn es sich um Schiller handelt - ich mag seine Stücke/Gedichte wirklich nicht, also wirklich, wirklich gar nicht).

Gut, ich soviel von mir zu dieser Frage. Wenn ihr euren Senf dazu geben wollt, dann solltet ihr auch einen Post verfassen und ihn dann anschließend bei Buchfresserchen hier verlinken. 

Liebe Grüße, 










P.S.: Wer es bis jetzt noch nicht mitbekommen hat: Ich höre gern Eminem. Jetzt ist es raus. Ach du Schreck. An sich ist Rap überhaupt nicht meine Musik, aber Eminem macht einfach gute Musik. Und dann ist es genauso, wie mit Büchern. Egal, aus welchem Genre sie kommen: Wenn sie in ihrer Tiefe gut sind, kann man sie vielleicht persönlich nicht mögen (aus welchen Gründen auch immer), aber nie leugnen, dass es sich um gute Bücher handelt. 




Kommentare:

  1. Ich muss gestehen, dass ich in der Schule eher zu denjenigen gehörte, die nicht so viel mit Heine anfangen konnten! Ich habe damals total gerne Kafka gelesen, Brecht, Dürrenmatt, und bei den englischen Klassikern Austen, Dickens, Shakespeare... Dafür konntest du mich jagen mit Goethe, Schiller und Heine....

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    1. Hallo :)

      Ich muss gestehen, dass wir bisher noch nicht Kafka, Brecht, Dürrenmatt, Asten, Dickens und Shakespeare gelesen haben (was ich persönlich sehr schade finde). Kafka finde ich aber von der Person her schon irgendwie sympathisch (also ich habe vor ca. zwei Jahren seine Biographie gelesen und mir danach fest vorgenommen, auch seine Bücher zu lesen).

      Von Goethe haben wir bisher in der Schule eigentlich nur Gedichte gelesen, aber die fand ich immer schön. Schiller und ich haben ja so unsere Probleme und Heine mag ich wirklich sehr.

      Aber solang jeder irgendetwas entdeckt, was ihm gefällt, und alle damit glücklich sind und inspiriert werden, ist ja alles gut gegangen :D

      Liebe Grüße :)

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Danke, dass ihr durch eure Kommentare aktiv zum Training von Antonias Sprunggelenken beitragt. Sollte sie nach eurem Kommentar länger nichts posten, liegt es nahe, dass sie sich beim Rückwärts-Flick-Flack nach dem Entdecken einen Wirbel ausgerenkt hat.

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