2/02/2015

Montagsfrage: Bevorzugst du Reihen oder Einzelbände?



Es ist Montag und meine Ferien gingen bereits ein bisschen turbulent los. Es wurde eine Schaf-Geburtshilfe geleistet, zum Zahnarzt gefahren, ein philosophisches Frühstück geführt und (ich würde wirklich gern schreiben, ich hätte mein Zimmer bereits aufgeräumt, aber ich bin eine miese Lügnerin - VERGEBT MIR! - Aber ich räume auf, wenn der Post fertig geschrieben ist :D). Und es ist noch nicht mal Mittag.

Das Verwirrendste/Interessanteste in den letzten fünf Zeilen war wahrscheinlich das mit der Schaf-Geburtshilfe. Okay, vielleicht sollte ich das mal kurz erklären: Wir haben Schafe (nein, ich fahre nicht random in der Gegend herum wie der Schaf-Doktor vom Land) - wieso und warum ist eine lange Geschichte. Es hat etwas mit unserer Weihnachtsbaumzucht zu tun (Es gibt eine Schafrasse, die keine Weihnachtsbäume isst und die haben wir und die agieren praktisch als Rasenmääääher - oh, der war flach...). Das ist kein Witz, ich habe einfach nur eine schräge Familie (und ich liebe sie :3). Jedenfalls war jetzt ein Schaf schwanger und hat heute ein kleines Lämmchen geboren. Wahrscheinlich ein Mädchen und wir sind noch auf Namenssuche. Falls also jemand von euch einen schönen Mädchennamen mit "E" oder "B" hat und dieser nicht Emma und/oder Ella ist (gibt's schon) - nur raus damit! 

Aber nachdem ich bereits viel zu viel über Schafe geschrieben habe (das hätte nun wirklich keiner bei einem Vorwort zur Montagsfrage gedacht - oder?), kommen wir zum eigentlichen Thema. Bei Buchfresserchen, der Bloggerin mit dem wahrscheinlich anbetungswürdigstem Blogdesign (wirklich, das find ich echt toll), gibt es heute wieder die Montagsfrage und ich freue mich - ungelogen - seit Samstag wie ein hyperaktives Eichhörnchen. Ja, diese Beschreibung ist ziemlich treffend.



Ich habe die Frage bereits vor meinem Zahnarzttermin durchgelesen, dass ich ein bisschen Zeit zum Drüber-Nachdenken hatte. Und ich war eigentlich im ersten Moment der festen Überzeugung, dass ich Reihen und Einzelbände gleichermaßen toll finde. Beide haben ihre Vorzüge. Beide müssen für die jeweilige Geschichte passend gewählt werden. Aus manchen Einzelbänden lässt sich einfach keine Reihe machen (stellt euch mal eine "Die Bücherdiebin"-Trilogie vor - das würde so gar nicht passen) und manche Reihen lassen sich nicht in ein Buch pressen. Ich finde einfach, dass die Entscheidung Reihe oder Einzelband zur Geschichte passen muss. Man hat als Autor schon im Gefühl, wie lang man zum Erzählen braucht und wie nötig wie viele Bände sind. 

Tatsächlich bin ich mir aber bei näherem Nachdenken klar geworden, dass ich Reihen Einzelbänden vorziehe. Nicht, weil ich Einzelbände blöd finde oder gern viel zu viel Geld für viel zu viele Bücher ausgebe, sondern einfach, weil Reihen diese wunderbaren Verkettungen an sich haben. 
Es ist nur logisch, dass ich viel mehr Intrigen spannen kann, wenn ich - wie George R. R. Martin - gefühlte fünfzig Bände von Game of Thrones schreibe und damit natürlich auch zigtausend Seiten zur Verfügung habe, auf denen ich meine Charaktere einer Entwicklung aussetze. Richtig gute Reihen lassen - zumindest für mich - ihre Charaktere wachsen und das finde ich (vielleicht auch als jemand, der selbst schreibt) total interessant und toll. 
(Und vielleicht - um auf Buchfresserchens eigene Meinung zurückzukommen - sind deshalb so viele Fantasy-Romane Teile von Buchreihen: Fantasy lässt dir viel mehr Möglichkeiten Personen, Länder und Intrigen zu erschaffen. Schreibt man in der "realen Welt" gibt es immer Grenzen. Bei Fantasy kann alles passieren. Und das reizt dann doch aus, auch wirklich alle Register zu ziehen.)

Es gibt natürlich auch Reihen, die keine enorme Charakterentwicklung vorantreiben, und die ich trotzdem total toll finde. Nennenswert sind hier z.B. die (bald) beiden Trilogien von Kerstin Gier (Silber- und Edelstein-Trilogie). Zwar werden da auch Intrigen gesponnen und Charaktere leben sich auseinander und haben viel mehr Konflikte, als vielleicht auf 500 Seiten einer in sich abgeschlossenen Geschichte und man hätte die Geschichten auch in einem Band zu Ende konzipieren können, ohne begeisterten Lesern ein lebenswichtiges Organ auszureißen (nur mental, kommt hier nicht auf blöde Gedanken, meine Freunde!). 
Aber gehen wir doch mal in uns: Wollen wir 500 Seiten mit Gwendolyn oder Liv oder 1500? Da es sich bei der Autorin um die wundervolle Kerstin Gier handelt, könnte man (wenn es nach mir geht) gern noch eine Null an die Seitenzahl hängen. Denn auch wenn die permanente Warterei manchmal eine echte Tragödie sein kann. Seien wir mal ehrlich: Wenn wir ein Buch richtig toll finden, wünschen wir uns dann nicht sehnlichst mehr davon? (Oder warum denkt ihr, gibt es so viele Fanfictions? Na? Naaa?)

Das ist jedenfalls meine Meinung dazu.

Liebe Grüße,

Kommentare:

  1. Schaf-Geburtshilfe! Ich weiß nicht, ob ich da nicht umkippen würde - mein eigenes Blut kann ich wunderbar sehen, aber das Blut von anderen Menschen oder Tieren... AHHHH!

    Hmm, Namen mit "E" oder "B"... Vielleicht was Irisches? Eileen, Elva, Enya, Erin? Oder Biddy, Bree, Bridget, Bridie?

    Irgendwie könnte ich mir eine Bücherdiebing-Trilogie vorstellen, in der verschiedene Geschichten aus verschiedenen Zeitepochen aus der Sicht des Todes erzählt werden. Also eigentlich eher eine Reihe von Einzelbänden, die halt nur den gleichen Erzähler haben.

    Wenn eine Reihe gut gemacht ist, finde ich es einfach irre gut, wenn sich im Band 5 auf einmal Dinge als wichtig herausstellen, die in Band 1 erwähnt wurden, oder sich ein Charakter im Lauf der Reihe komplett ändert. Deswegen liebe ich z.B. Harry Potter so.

    Inzwischen gehe ich mehr und mehr dazu über, eine Reihe erst dann anzufangen, wenn alle Bände erschienen sind, um sie dann direkt innerhalb von ein paar Wochen weglesen zu können. Machmal kaufe ich mir auch die Sammelbände, so dass ich statt ein paar Einzelbüchern dann ein dickes, fettes Buch hier stehen habe.

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    1. Huhu :)

      Oh Mann... Du solltest Markus Zusak einen Brief schreiben. Diese Art von Bücherdiebin-Trilogie fände ich auch großartig. Mir war der Tod über's ganze Buch hinweg sehr sympathisch und vielleicht einer meiner bisher liebsten Erzähler. Dann nehme ich das mit dem Graus einer Bücherdiebin-Trilogie zurück, ich hatte nur eine Aufteilung der Geschehnisse in der Bücherdiebin im Kopf und das hätte ich einfach nur hinderlich für die Geschichte gefunden.

      Definitiv. Was das angeht, kann man vor J.K. Rowling schon mal den Hut ziehen. Ich glaube, solche Kleinigkeiten und "Wer hätte das gedacht"-Lesemomente braucht jede Reihe, aber wenn ein Autor das so gut einflechtet, wie das bei Harry Potter geschehen ist, dann kann man die Bücher getrost noch mal lesen und einfach nur fassungslos Dinge feststellen, die einem bisher noch gar nicht bewusst waren.
      (Wenn du so etwas mal in einem Einzelband erleben möchtest, empfehle ich wärmstens "Der Märchenerzähler" von Antonia Michaelis - eher kein Fantasy, aber so quer, dass einem eigentlich fast alles auch wirklich erst am Ende der Geschichte bewusst wird und man beim zweiten Mal lesen das Gefühl hat, ein vollkommen anderes Buch in den Händen zu halten.)

      Ich wünschte, ich hätte auch den Charakterzug abwarten zu können. Aber ist habe meist schon die "üblichen Verdächtigen", die meine Lieblingsreihen schreiben und wenn sie dann den ersten Band veröffentlichen, bin ich immer ganz eckig und lese ihn sofort.
      Aber zum Glück entdecke ich auch manchmal erst gute Reihen, wenn sie schon abgeschlossen sind. Und dann lese ich auch wie verrückt alle Bände hintereinander (*räusper* Percy Jackson - da musste ich aber bei der Spinn-Off-Reihe auf die letzten beiden Bände warten U.U)

      Liebe Grüße,
      Antonia :)

      P.S.: Danke für die tollen Namen ^^

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Danke, dass ihr durch eure Kommentare aktiv zum Training von Antonias Sprunggelenken beitragt. Sollte sie nach eurem Kommentar länger nichts posten, liegt es nahe, dass sie sich beim Rückwärts-Flick-Flack nach dem Entdecken einen Wirbel ausgerenkt hat.

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