8/25/2014

Back to School - #1 "Schullektüre"

Hallo meine Lieben! 

Bei mir ist nun auch die letzte Ferienwoche angebrochen und in genau sieben Tagen werde ich wieder die Schulbank drücken. Und weil ich da nicht allein bin, dachte ich, ich nehme genau das zum Anlass, meine erste Themenwoche zu starten.

Die eifrigen Stalker unter euch haben sicher bereits aus meinem über mich-Eintrag im Blog entnommen, dass ich nach den Sommerferien (also in einer Woche...) die 11. Klasse eines Gymnasiums besuchen werde. Es geht also allmählich in den schultechnischen Endspurt...
Ich könnte euch jetzt ein paar ziemlich lustige Geschichten aus meiner 'wilden' (sie war nicht wild) bisherigen Schulzeit erzählen, aber da dies ja immer noch ein hauptsächlich-Bücherblog ist, will ich mich vorrangig darauf konzentrieren. Und was liegt da näher, als die lieben Schullektüren näher zu begutachten? Jeder kennt sie, kaum einer liest sie, aber ich habe mich in den letzten sechs Jahren (aufgrund eines sehr schlechten Gedächtnisses überspringe ich einfach meine Grundschulzeit und konzentriere mich auf die Dinge, die im Gymnasium passiert sind) fleißig durch alle Bücher durchgelesen und dabei gewisse Autoren und Geschichten mehr oder weniger lieb gewonnen (meistens war es eher weniger lieb, aber dazu kommen wir noch...).
Also... beginnen wir mal...

gelesene Bücher in der Schule (5.-10. Klasse):

Tintenherz von Cornelia Funke
Charlie Bone und das Geheimnis der sprechenden Bilder von Jenny Nimmt
Vorstadtkrokodile von Max von der Grün
Mit Jeans in die Steinzeit von Wolfgang Kuhn
Hau ab, du Flasche von Ann Ladiges
Whisper von Isabel Abedi
Die Welle von Morton Rhue
Der Schimmelreiter von Theodor Storm
Kleider machen Leute von Gottfried Keller
Kabale und Liebe von Friedrich Schiller

10 insgesamt

davon beendet:

9

Die Welle habe ich ca. 30 Seiten vor dem Ende abgebrochen, weil ich mir das Buch nicht weiter antun konnte. Kennt ihr das Gefühl, wenn man etwas liest und merkt, dass euch die Geschichte nicht mal ein bisschen gefällt? Wenn die Dialoge so wirken, als hätte der Autor den Sachaufgabenteil im Mathebuch aufgeklappt und die Textstruktur übernommen? Und ihr fragt euch, wer zur Hölle so etwas zur Standartliteratur in der Schule gemacht hat, wenn es, na ja... Bücher wie "Die Bücherdiebin" gibt oder "Harry Potter" oder "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" oder jegliches anderes Zeug, was so im Moment von John Green, Markus Zusak und Co. geschrieben wird. Warum SOLCHE Bücher nicht zur Standartliteratur werden, haben sie doch noch tiefere (und wesentlich besser geschriebene) Botschaften? Ja, ungefähr so ging es mir mit "Die Welle"

davon Hassbuch:

Mit Abstand - und nein, es ist, anders als man glauben sollte, nicht "Die Welle" - "Mit Jeans in die Steinzeit". Ich habe das Buch in der 6. Klasse gelesen und damals schon gehasst. Die Geschichte war nicht gut, das Ende total blöd und die Charaktere waren mir schlichtweg unsympathisch. Ich habe mich wirklich selten durch ein Buch so durchgequält (danach kommen nur noch "Kleider machen Leute" und eventuell "Die Welle")...

davon Lieblingsbuch:

Okay, ich fand ja nun nicht alle Bücher, die wir in der Schule lesen mussten, schlecht. In viele konnte man sich irgendwann gut einfühlen und das Lesen hat auch Spaß gemacht. Deshalb habe ich nicht nur ein Lieblingsbuch... Ich mochte Tintenherz, Charlie Bone, Whisper und Vorstadtkrokodile. Kabale und Liebe war an sich auch nicht schlecht und ich hätte auch den Schimmelreiter hinzugezählt, wäre das Ende nicht so dämlich gewesen (Ich meine, okay, es war natürlich notwendig, dass die Frau und das Kind von Hauke sterben, aber warum mussten sie denn bitte bei Sturm mit ihrer verdammten Kutsche auf den Deich fahren?! Das macht überhaupt keinen Sinn und das geht mir heute noch auf den Geist! Wenn es das Haus weggerissen hätte oder sie vom Sturm überrascht worden wären - fein. Aber das ist dann doch zu viel Klischee mit der blöden Kutsche!)

meine Meinung zum Lesen in der Schule:

Ich finde Lesen in der Schule wichtig. Und ich finde auch, dass mehr Klassiker gelesen werden müssen. ABER - und hier geraten unser Schulsystem und ich aneinander - ich finde, man sollte Bücher, die gelesen werden, besser aussuchen. Kein normaler Schüler quält sich freiwillig durch Bücher, die eigentlich total schlecht sind (und mit Ausnahme auf "Die Welle" bin ich was das angeht auch nicht wirklich normal...). Dann ist es doch vollkommen klar, dass irgendwelche pubertären Idioten so etwas sagen wie: "Lesen ist scheiße." (Was es nicht ist!). Kinder und Jugendliche müssen die richtigen Bücher lesen, müssen gute Bücher lesen. Und da finde ich, sollte a) mehr vereinheitlicht und b) weniger Freiraum gelassen werden. Nicht jeder Deutschlehrer liest sich regelmäßig durch die Spiegel-Bestseller-Listen und beschäftigt sich mit noch relativ neuen Autoren wie John Green oder setzt sich mit den tieferen Bedeutungen der Ereignisse aus Harry Potter auseinander. Und das kann auch gar nicht die Aufgabe von den Deutschlehrern sein.
Ja, ich weiß, der Föderalismus in Deutschland hat auch seine guten Seiten (mehr Demokratie, etc.), aber in dieser Hinsicht muss einfach vereinheitlicht werden. Es kann nicht sein, dass nicht mal in den Bundesländern an sich Einigkeit herrscht. Geschweige denn bei den Leselisten in den einzelnen Klassen einer Stufe. Das wäre momentan nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ich persönlich finde, dass Bücher verbinden und ob man nun "Der Märchenerzähler" von Antonia Michaelis in Bayern oder Brandenburg liest - die Botschaft bleibt gleich. Und zumindest das wäre doch wirklich nicht zu viel verlangt, oder? Eine deutschlandweit geltende Liste mit Büchern, die in der Zeit auf den einzelnen weiterführenden Schulen gelesen werden müssen. Wirklich durchdachte Bücher, die nicht einfach ausgesucht wurden, weil sie irgendwie eventuell ins Thema passen könnten. Bücher, die Kinder zum Lesen anregen, statt sie abzuschrecken. Das wäre doch mal was. Mein persönlicher Wunsch in der Politik: Einheitliche Leselisten mit guten Büchern, die junge Menschen zum Nachdenken, statt zum gleich wieder zuklappen, bringen.
Versteht ihr, was ich meine?


Es tut mir wirklich leid, dass der Eintrag erst zu so später Stunde kommt, aber ich war heute ziemlich lang unterwegs und bin erst jetzt so richtig zur Ruhe gekommen.

Wünsche euch noch einen schönen Montag,
Liebe Grüße,
Antonia

P.S.: Sorry für den mörderlangen schaffen-wir-den-Föderalismus-ab-und-machen-einheitliche-Leselisten-Text. Aber dieses Thema beschäftigt mich schon seit Urzeiten. Wer seine Meinung zu irgendeinem Thema (diesem Text, den Schulbüchern oder oder oder) teilen will, kann dies gern tun.

P.P.S.: Sollte ich irgendeinen "Mit Jeans in die Steinzeit" oder "Die Welle"-Fan erwischt haben, tut mir das aufrichtig leid. Aber Geschmäcker sind eben doch verschieden. (Obwohl ich zumindest bei "Mit Jeans in die Steinzeit" sagen muss, dass Personen, die dieses Buch gut finden, wohl gar keinen Geschmack besitzen... Ich sag ja nur...)

Kommentare:

  1. Die Vorstadtkrokodile haben wir auch gelesen und ich fand es jetzt nicht soo gut. Außerdem haben wir noch irgendwas namens "Das Geisterschiff" oder so gelesen und Oliver Twist musste auch mal dran glauben... An mehr Bücher erinnere ich mich gerade nicht, aber unser Deutschlehrer dieses Jahr will einige Bücher mit uns lesen...Der Richter und sein Henker und, ich glaube, noch drei andere, deren Namen ich mir jetzt nicht gemerkt habe.

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    1. Ich fand die meisten Bücher in der Unterstufe ganz in Ordnung, obgleich die großen Begeisterungs-Schübe wahrscheinlich größtenteils ausgeblieben sind :D Aber die Bücher, die wir bisher in der 11. und 12. Klasse gelesen haben, gefallen mir um ein Vielfaches besser. Gerade sind wir ja an Sophocles' Antigone dran und obwohl einige meiner Kurskameraden darauf ziemlich schimpfen, finde ich es großartig. Aber na ja, so unterschiedlich sind halt die Geschmäcker :P

      Wir haben leider weder "Der Richter und sein Henker", noch "Oliver Twist" etc. gelesen, was ich teilweise ziemlich schade finde. Im Unterricht bleibt einfach irgendwie viel zu wenig Zeit für eine ganze Menge tolle Bücher. Aber nun gut... Das geht dann schon wieder in die Tiefen des Lehrplans, über die ich mich zum Wochenende wirklich nicht noch mehr als nötig aufregen will.

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Danke, dass ihr durch eure Kommentare aktiv zum Training von Antonias Sprunggelenken beitragt. Sollte sie nach eurem Kommentar länger nichts posten, liegt es nahe, dass sie sich beim Rückwärts-Flick-Flack nach dem Entdecken einen Wirbel ausgerenkt hat.

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