7/27/2014

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" - Lieblingszitate aus dem Buch


Hallo meine Lieben!

Heute widme ich mich dem wunderschönen Buch vom wundervollen John Green. Vorerst: Dies ist keine Buchrezension, wie die letzten beiden, sondern ein Post mit meinen Lieblingszitaten aus dem Buch. Ob es noch einmal eine Rezension zu "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" geben wird und wann, weiß ich noch nicht genau, aber andere John Green Bücher liegen momentan noch ungelesen bei mir im Schrank und sofort nachdem ich dies geändert habe, gibt es zumindest erst einmal da eine.

Aber nun zum eigentlich Post: Wie viele andere Menschen, die sich (glücklicherweise) dazu haben hinleiten lassen, sich dieses Buch zu kaufen, habe ich sehr, sehr viel geweint, auch viel gelacht und vor allem meine Zuneigung zu John-Green-Büchern entdeckt (und diese mit anderen geteilt).

Aber es gab eine Sache, die mir vom Anfang bis zum Ende durch den Kopf geflattert ist. Es gibt wirklich schöne Bücher, in denen man es sich nicht verkneifen kann irgendwann einen Markierstift oder ein Klebezettelchen oder irgendetwas anderes zu holen, um sich schöne Zitate oder Momente anzustreichen. 
Und dann kommt da John Green. Der Klebezettel-Schreck, der Marker-Leermacher. Denn die Wahrheit über "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist: Das Buch ist ein einzig schönes Zitat. Ihr könnt beim ersten Wort anfangen und mit eurem Marker bis zum letzten durchfahren. 
Es gibt solche Bücher. Bücher, bei denen jedes Wort wie auf der Zunge vergeht und euch einlullt und glücklich und traurig macht. Bücher, die dir wie ein Gedicht auf der Zunge vergehen. Und John Green hat offensichtlich ein reges Talent solche Bücher zu schreiben.



Und trotz der Tatsache, dass man prinzipiell das ganze Buch markieren könnte, habe ich ein paar meiner Lieblingszitate herausgesucht, die ich mit euch teilen will: 

Nr. 1: S.62, Kapitel 4

»Das ist das Problem mit dem Schmerz«, sagte Augustus und sah mich an, »Er verlangt gespürt zu werden.«

Ich bin mir nicht sicher, ob das im Buch genauso ist wie im Film (ich muss dieses Buch wirklich NOCH EINMAL lesen), aber im Film hat Anna das Zitat in "Ein herrschaftliches Leiden" markiert. Wie dem auch sei. Ein Klassiker unter den "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"-Zitaten. Aber ich konnte es nicht lassen. Ich finde es trotzdem schön.

Nr. 2 & 3: S. 106, Kapitel 7

»Man bemerke auch, dass wir, wenn wir über Literatur sprechen, das Präsens benutzen. Wenn wir von Toten sprechen, sind wir nicht so nett.«

»Schreiben erhält nicht am Leben, es begräbt.«

Die Briefe von Peter Van Houten im Buch sind wahrscheinlich noch mehr Marker-gefärdet, als andere Abschnitte. Der Mann mag zwar ein Vollidiot sein (Aber um ihn zu verteidigen: Peter Van Houten ist für mich das Sinnbild des Scheiterns. Es ist ein ganz furchtbares Gefühl daneben zu stehen und rein gar nichts tun zu können und solche Erfahrungen, so ein nicht selbst verschuldetes Scheitern an unseren Lieben, macht uns, wenn es zu heftig war, zu einem gescheiterten Menschen. Und das ist traurig und deshalb tut mir Van Houten eher leid, als dass ich ihn hasse), aber seine Briefe haben viele Wahrheiten. 

Das zweite Zitat zählt übrigens zu einem meiner absoluten Lieblingszitate. Ich schreibe selbst und kenne das Gefühl sehr gut. Wenn du über etwas schreibst, dann bist du bereit deine Gedanken abzulegen und zu fixieren und wenn du das mit Personen machst, passiert es, dass du das mit ihnen auch tust. Absolute Hilfe, wenn du Dinge verarbeiten willst, aber im Zusammenhang mit der späteren Erinnerung von Hazel an dieses Zitat, zerreißt es mir das Herz. 

Nr. 4: S.112, Kapitel 8

»Der größere Kreis ist die Menge aller Jungfrauen. Der kleinere Kreis ist die Menge aller siebzehnjährigen Jungen mit nur einem Bein.«

Der absolute Beweis, dass man in diesem Buch nicht nur weinen, sondern auch ab und an richtig laut loslachen kann. Das ist wahrscheinlich auch eins der Dinge, die mich an den Büchern so unheimlich fasziniert haben: Sie sind traurig, sie behandeln ein trauriges Thema, sie enden nicht gut, aber trotzdem gibt es ungezwungene, wundervolle, lustige Stellen, die die Tränen für kurze Zeit trocknen und ein Lachen auf's Gesicht zaubern. Und das ist auch die Gefahr an diesem Buch: es kann dir passieren, dass dich die auf solche Momente folgende Trauer, wieder so heftig und ohne Vorbereitung trifft, dass es fast schon physisch weh tut (dazu später noch einmal).

Nr. 5: S.116/117, Kapitel 8

Ich tippe die Szene mit der tendenziell pädophilen Schaukel jetzt nicht ganz ab und finde dazu auch keine weiteren Worte. Nur soviel: Wenn irgendwann ein Mittel entdeckt wird, wie man unsterblich werden kann, würde ich vorschlagen, wir legen einfach alle zusammen und schenken John Green dieses Mittel. Damit er noch ganz viele weitere Momente à la Schaukel schreiben kann.

Nr. 6: S.228, Kapitel 19

»Was ist das?«
»Der Wäschekorb?«
»Nein, daneben.«
»Daneben sehe ich nichts.«
»Das war der letzte Krümel meiner Würde. Er ist ganz klein.«

Allein das nochmalige Lesen dieses Abschnitts, lässt mich schon wieder fast losheulen. WARUM musste er sterben? WARUM musste er leiden? WARUM ist dieses Buch so ungerecht?! (Ach ja, weil die Welt ungerecht ist und dir die Welt die Menschen genauso traurig zu Grunde gehen lässt, wie John Green.)

Nr. 7: S.238, Kapitel 20

Ich habe hier Hazel's Abschiedsrede ab »Ich kann nicht von unserer Liebe sprechen, also spreche ich von Mathematik (...)« markiert. Weil es unmöglich war dort etwas herauszupicken. Auch hier werde ich die Rede nicht abtippen, weil es schlichtweg zu lang ist und ich sonst sehr lange brauche, weil ich sehr viel weinen werde. Ich hoffe nur, dass irgendwann Menschen auch so etwas über mich sagen können. 

Nr. 8: S.249, Kapitel 22

»Ich war zu dem Schluss gekommen, dass Beerdigungen für die Lebenden da waren.«

Mein Lieblingszitat. Mit Abstand. Das ist das Wahrste und Traurigste, was ich jemals gelesen/gesehen/gefühlt habe. Ich liebe und hasse John Green dafür, dass er die Dinge so auf den Punkt bringt. Die Welt, die Beerdigungen, sind für die Lebenden. Du bist dabei, dann bist du tot und alles dreht sich ohne dich weiter. Und im Endeffekt, egal was du in deinem ganzen Leben schaffen wirst, wirst du vergessen und nichtig. Das ist Augustus' Angst im Buch (das bezieht sich jetzt lediglich auf das "Vergessen werden"). Und ich kann ihn da gut verstehen.

Nr. 9: S.254, Kapitel 22

»Aus Morgenröte wird grauer Tag, schrieb der Dichter. Und kein Gold ist von Dauer.«

Die Welt, die Liebe und alles was wir sind, ist vergänglich. Fantastisch in einen Satz gebracht.

Nr. 10: S.256, Kapitel 23

Isaac: Ich hasse die Welt ohne Augustus Waters.
Computer: Ich verstehe nicht.
Ich: Ich auch. Pause.

... *leises Weinen in der Ecke des Raumes* 

Nr. 11: S.261, Kapitel 23

»Trauer verändert einen nicht, Hazel. Trauer bringt den wahren Charakter hervor.«

Mir ist vor ein paar Jahren genau der selbe Gedanke mit leicht abgewandelten Worten gekommen. Und Tatsache ist, dass wir uns nicht verändern. Wir sind irgendwann mit unserer Entwicklung fertig und der Charakter ist vollständig und lässt sich nicht mehr biegen und verändern. Und wenn Menschen dann sagen: "Oh, du hast dich aber verändert.", ist das im Prinzip nur eine Illusion, weil unser Charakter viele Seiten hat, die eben durch bestimmte Dinge mehr oder weniger in der Vordergrund gelangen. Das ist ja das Schlimme, an Menschen, die sich verändern. Sie waren eigentlich schon immer so, aber es war dir nie bewusst. 

Nr. 12: S.262, Kapitel 23

»Sie sollten nach Hause gehen«, sagte ich. »Ausnüchtern. Noch einen Roman schreiben. Das tun, worin Sie gut sind. Nicht viele Menschen haben das Privileg, in etwas so gut zu sein.«

"Das Privileg, in etwas so gut zu sein." - keine Worte, einfach zu geplättet. Schon wieder.

Nr. 13, 14 & 15: letzte Seite, Kapitel 25

»"Es sammelt sich immer noch Wasser." Für die Wüste ein Segen, als Ozean ein Fluch.«

»Man kann sich nicht aussuchen, ob man verletzt wird auf dieser Welt, alter Mann, aber man kann ein bisschen mitbestimmen, von wem. Ich bin glücklich mit meiner Wahl. Ich hoffe, sie auch.«

»Ich auch, Augustus. Ich auch.«

Ich muss an dieser Stelle den Film einmal tadeln und zweimal loben: Das Tadeln, weil sie das Zitat mit dem Wasser nicht reingenommen haben, aber eben zweimal loben, weil sie diese wundervolle Zusammenfassung am Ende überhaupt gemacht haben. Was habe ich geschluchzt. Und jeder im Kino mit mir. 


Ich hoffe, euch haben die Zitate gut gefallen. Natürlich - wie schon vorher von mir bemerkt wurde - gibt es zahllose Zitate, die diesem Buch seine Großartigkeit geben. Das sind nur ganz wenige, die mich aber besonders angesprochen haben. 
Solltet ihr das Buch noch nicht gelesen und/oder den Film noch nicht gesehen haben, dann sage ich euch jetzt das, was viele andere auch tun: Macht es! 
Ich glaube, dass "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", sowohl als Buch, als auch ein Film, ein zeitloser Klassiker über Verlust, Liebe, Enttäuschung und Leben werden könnte. Beziehungsweise: Ich hoffe es. 

Noch einen schönen Sonntag, 
Antonia 

P.S.: Geht es euch auch so oder bin ich allein mit dem Bedürfnis, in dieses Buch zu gehen und Hazel's Vater zu knuddeln? Ich liebe den Vater irgendwie und immer wenn er weinte, musste ich auch weinen, weil er mir so unheimlich leid tat.

Links 

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" bei Amazon
"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" bei Thalia

John und Hank Green's YouTube-Kanal
Filmtrailer zu "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (deutsch)
John Green's Internetseite

Kommentare:

  1. Hey,
    wollte mal Fragen, da du das Buch gelesen hast und den Inhalt kennst.
    Ich hab nur den Kinotrailer gesehen und ich fande es hatte ähnlichkeit mit "Nur mit dir" von Nicholas Sparks (da hab ich auch bislang nur den Film gesehen). Jetzt meine Frage, in der Hoffnung, dass du beides kennst...sind die beiden Bücher/Filme sich ähnlich?

    Lieben Gruß
    Eva

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    1. Hallo :)

      Nein, tut mir leid, ich kenne "Nur mit dir" leider nicht (weder als Buch, noch als Film). Aber ich habe mir den Trailer mal angesehen und die Inhaltsangabe auf Wikipedia durchgelesen und würde allein daraus schließen, dass die beiden ein paar gleiche Grundrisse haben (Krebserkrankung d. Mädchens, Tod wird thematisiert...), aber dann auch ziemlich weit auseinandergehen.

      Ich kann dir aber sowohl Film, als auch Buch sehr empfehlen. Ein absolutes Lese-Muss! Und wenn du zwischen Hörbuch und Buch schwanken solltest, dann nehm das Buch. John Greens Worte muss man sich einfach gedanklich auf der Zunge zergehen lassen, um sie voll ausschöpfen zu können.

      Liebe Grüße,
      Antonia :)

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  2. Du hast eins vergessen. Seite 256, Kapitel 23: "Sterben ist scheiße." Das wahrste, was je gesagt wurde. *schnief*

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    1. Huhu :)

      Ja, da hast du wohl recht. "Sterben ist scheiße." könnte man durchaus auch zu den schönsten Zitaten zählen. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist aber wahrscheinlich auch in seiner Ganzheit ein einzig schönes Zitat. Man kann immer wieder neue Weisheiten entdecken, neu aus dieser wunderbaren Geschichte lernen und sich wieder und wieder inspirieren lassen.

      Tatsächlich finde ich aber, dass Sterben an sich weniger scheiße, als irrational ist. Eine Person war da und ist plötzlich weg, als ob sie nie existiert hat. Das ist vollkommen unrealisierbar, vollkommen unverständlich. Aber wenn man es dann erst einmal begriffen hat - so gut das geht - ist es, da kann ich John Green zustimmen, tatsächlich scheiße.

      Liebe Grüße :3

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  3. Ich muss zugeben, ich war noch nie ein besonders großer Fan von John Green. Das Schicksal ist ein mieser Verräter hat mir zwar noch ganz gut gefallen, aber die anderen Bücher, die ich bis jetzt versucht habe, fand ich alle...naja.
    Anscheinend gehöre ich zu einer Minderheit von Leuten, die bei diesem Buch nicht geweint haben. Man könnte also sagen, ich bin in einem großen Kreis von Buchverrückten, die das Buch gelesen haben, ein kleiner Punkt irgendwo darin, für Leute, die keine Träne vergossen haben.
    Die Zitate, die du rausgesucht hast, gefallen mir aber trotzdem gut.

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    1. Ich kenne eine ganze Menge Leute, die bei "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" nicht geweint haben. Also weder beim Buch noch beim Film. Du bist also nicht allein damit :D

      Es freut mich sehr, dass dir die Zitate gut gefallen. Ich bin ja ein großer Fan von dem Buch unter anderem weil es eben so tolle Zitate darin gibt. Manche kreisen mir immer mal wieder durch den Kopf und geben mir meist in den genau richtigen Momenten die Antworten, die ich brauche.

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  4. Hallöchen Antonia,
    Ich (Meike B. aus Gräfentonna,Thüringen Deutschland,Europa,Erde,Sonnensystem,Milchstraße,Universum ;D) habe den Blogpost natürlich erst Jahre später gelesen...weil ich komisch bin. Und ich stimme total mit dir überein muss ich sagen. Bei dem Thema Zitate ist mir eingefallen ich könnte ja mal etwas sinnvolles beisteuern: nämlich mein absolutes Lieblingszitat(WOW!). Es ist aus dem Buch der kleine Prinz, das kennst du ja bestimmt, und es geht darum wie es ist einen guten Freund zu vermissen: "Wenn du bei Nscht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können!" Ich weiß das berühmteste ist wahrscheinlich das nur mit dem Herzen sieh man gut aber das hier finde ich tausendmal schöner.
    Naja viele liebe grüße von dienem Ausbilder
    und PS: Keine macht dem Vörderferein das sind nur selbstverliebte Idioten!

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    1. Hallo Meike, mir vollkommen unbekannte Person, aus einem vollkommen unbekannten Ort, in einem vollkommen unbekannten Bundesland (was ist ein Thüringen??), die ich nicht zufällig durch wintersportliche Aktivitäten und Marvel-Fangirling kenne. Hallo.

      Natürlich habe ICH deinen Kommentar nicht jetzt erst gelesen, aber erst jetzt erst beantwortet (dieser Satz ist verwirrend und ich entschuldige mich dafür). In letzter Zeit ging es bei mir irgendwie drunter und drüber und da sind manche Kommentare auf der Strecke geblieben. ICH HOFFE DU VERZEIHST MIR, unbekanntes Mädchen!

      Was ich aber eigentlich sagen will: Ich liebe dieses Zitat aus dem kleinen Prinzen. Wirklich, es ist wunderschön. Die "Bekannten" können zwar auch ihren Reiz haben, aber die persönliche Weisheiten, die wir in Büchern finden. Den ganz privaten Kram. Das ist am schönsten.

      Lass dir ganz liebe Grüße da,
      Antonia

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Danke, dass ihr durch eure Kommentare aktiv zum Training von Antonias Sprunggelenken beitragt. Sollte sie nach eurem Kommentar länger nichts posten, liegt es nahe, dass sie sich beim Rückwärts-Flick-Flack nach dem Entdecken einen Wirbel ausgerenkt hat.

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